03 Серпня 2026

Sichere Familien in Wolhynien: Hilfe für vertriebene Kinder und Familien

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Evakuierungszüge bringen weiterhin Familien aus umkämpften und besetzten Gebieten in die Region Wolhynien. Viele kommen aus Städten wie Isjum in der Region Charkiw, wo große Teile der Gebäude durch den Krieg zerstört wurden. Andere mussten ihre Heimat nach Monaten unter russischer Besatzung, nach Bombardierungen oder aufgrund unmittelbarer Kampfhandlungen verlassen. 

Die Familien haben oft nicht nur ihr Zuhause verloren. Viele Kinder haben lange keinen geregelten Unterricht besucht, Gewalt und Hunger erlebt oder Angehörige verloren. Manche ältere Geschwister übernehmen plötzlich die Verantwortung für jüngere Brüder und Schwestern.

Im Februar 2026 hat Care in Action in Kowel ein neues Projekt für diesen besonders schutzbedürftige Kinder und ihre Familien gestartet. Viele von ihnen sind innerhalb der Ukraine vertrieben worden, haben durch den Krieg ihr Zuhause verloren und leben mit erheblichen psychischen, sozialen und schulischen Belastungen. Gleichzeitig gab es vor Ort bislang nicht genügend Hilfsangebote, die auf ihre besonderen Bedürfnisse ausgerichtet waren. 

Ergebnisse von Februar bis Juni 2026:

  • 58 Kinder unterstützt
  • 84 therapeutische Einzelgespräche durchgeführt
  • 74 individuelle Förderunterrichtsstunden angeboten
  • 42 Kinder und ihre Familien mit wichtigen Dingen des täglichen Bedarfs versorgt
  • 17 Veranstaltungen und Gruppenangebote für Kinder organisiert
  • 19 Treffen und Unterstützungsangebote für Eltern und Sorgeberechtigte durchgeführt

Die Hilfe reicht von Kleidung, Betten, Haushaltsgeräten und Geschirr bis zur Suche nach Schulen, Arbeitsmöglichkeiten und passenden therapeutischen Angeboten. Ziel ist es, Familien nicht nur kurzfristig zu versorgen, sondern sie beim Aufbau eines möglichst selbstständigen und stabilen Lebens zu begleiten.

Beim Aufbau des Projekts konnte Care in Action auf die Erfahrungen aus der langjährigen Arbeit mit kriegsbetroffenen und vertriebenen Familien in Dnipro zurückgreifen. Gemeinsam mit lokalen Behörden und Fachkräften wurde ein Unterstützungsangebot entwickelt, das psychosoziale Begleitung, Lernförderung, Gruppenangebote, Hilfe bei der Einschulung sowie konkrete Unterstützung für den Alltag miteinander verbindet.

Wenn Geschwister Verantwortung übernehmen

Eine der unterstützten Familien ist die Pflegefamilie Bazhan. Die Familie stammt aus Isjum und verlor ihr Zuhause infolge des Krieges. Als innerhalb der Ukraine Vertriebene zog sie nach Kowel. Nach dem Tod der alleinerziehenden Mutter übernahm der ältere Bruder Denys die Verantwortung für seine jüngeren Geschwister und die erkrankte Großmutter. Mit Unterstützung des Projektteams konnte er die rechtliche Vormundschaft übernehmen.

Neben sprachtherapeutischen Angeboten und Kindergruppen erhielt die Familie einen Kühlschrank. Diese scheinbar einfache Unterstützung hat ihren Alltag spürbar verbessert: Lebensmittel können länger aufbewahrt, Einkäufe besser geplant und Mahlzeiten für mehrere Tage vorbereitet werden.

Die Familie berichtet, dass sich auch die Kinder verändert haben. Sie sprechen sicherer, gehen offener auf andere zu und lernen zunehmend, ihre Gefühle zu verstehen.

Gemeinschaft gibt Halt

Auch Lilia und ihre beiden Kinder wurden durch den Krieg aus ihrer Heimat vertrieben. Nachdem die Familie ihr Zuhause verloren hatte, zog sie nach Kowel. Lilias Sohn hat eine Behinderung. Um die Mietkosten bewältigen zu können, teilt sich die Familie eine Unterkunft mit der ebenfalls vertriebenen Familie Bazhan. Beide Familien organisieren ihren Alltag gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig.

Für Lilias Tochter war die Teilnahme an einem Ferienlager ein besonderer Höhepunkt. Sie kehrte mit neuen Freundschaften, vielen positiven Erlebnissen und größerem Selbstvertrauen zurück. Auch Familienveranstaltungen, Workshops und Unterstützungsgruppen helfen den Familien, Gemeinschaft zu erleben und wieder Vertrauen in den Alltag zu gewinnen.

Hilfe aus Deutschland wirkt vor Ort

Die Arbeit in Wolhynien wird durch Spenden aus Deutschland unterstützt. Dadurch können innerhalb der Ukraine vertriebene Kinder und Familien nach Bombardierung, Besatzung und dem Verlust ihres Zuhauses therapeutisch begleitet, schulisch gefördert und mit wichtigen Dingen des täglichen Lebens versorgt werden.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern in Deutschland, die diese Hilfe ermöglichen. Ihre Unterstützung trägt dazu bei, dass Familien nicht nur Schutz finden, sondern Schritt für Schritt wieder Sicherheit, Selbstvertrauen und Zukunftsperspektiven entwickeln können.

 

Zur Erfolgsgeschichte:
Lesen Sie, wie Natalia und ihre beiden Töchter nach der Flucht aus der Region Donezk in Kowel langsam wieder Vertrauen und Zuversicht gewinnen. Mit psychologischer Begleitung, Lernförderung und praktischer Unterstützung gelingt es der Familie Schritt für Schritt, wieder Vertrauen zu fassen und neue Zukunftspläne zu entwickeln.

Link: Natalias Geschichte lesen

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